Geschoren, nicht gestempelt: zwei Luftpostpudel aus dem Jahr 1972.

Bevor das Emirat Schardscha, in philatelistischen Kreisen als Sharjah & Dependencies und nicht unbedingt mit Begeisterung verhandelt, nach seiner staatlichen auch die Briefmarkenhoheit im Sommer 1972 an die übergeordnete Ausgabeinstanz der Vereinigten Arabischen Emirate übertrug, überschwemmte es den Weltmarkt der Philatelie noch einmal mit etwa drei Hundertschaften an Briefmarken mit sehr kurzem Gültigkeitstfenstern und Motiven, die sich bei der Wahl zur wunderlichsten Briefmarke durchaus als Kandidaten für Spitzenplatzierungen zu positionieren in der Lage sind. In der Kategorie Hundemotive dürfte dabei folgende mehr oder weniger Blockausgabe nach wie vor Maßstäbe setzen. (Und leider auch in der Kategorie Druckqualität.)

BriefmarkBriefmarken Sharjah & Dependencies - Briefmarkenblog mit Pudeln
Briefmarkenblock Sharjah & Dependencies 1972 – Pudelmarke

Es ist wirklich schwer nachvollziehbar, welche Botschaft sich die lokale Ausgabekommission für den Luftpostwert vorstellte, der zwei sichtlich indignierte weiße Pudel drapiert in eine grell-samtenen Fotostudiohölle zeigt. Vielleicht ist es aber gerade diese überzogene Darstellung der auffrisierten Vierbeiner (der Markenträger standesgemäß in Löwenschur), die geradezu zornig einem drohenden Vollstempel entgegen zu schauen scheinen, die dazu führt, dass dem Block, wo er angeboten wird, ein vergleichsweise (zu anderen Sharjah-Hundemarken) höherer Preis zuerkannt wird. Dabei können sich die Tiere eigentlich glücklich schätzen, denn da man auf einer Perforation verzichtete, sind weder Brust noch Schädel durchstanzt. Auch das sollte man einmal anerkennen.

(Berlin, 20.12.2015)